NICHTS - was im Leben wichtig ist

Ein polarisierendes Schauspiel-Szenario von Janne Teller

In der Schule der fiktiven dänischen Kleinstadt Tæring verkündet eines Tages der Schüler Pierre Anthon, dass nichts irgendetwas bedeute. Es lohne sich daher nicht, irgendetwas zu tun. Von nun an findet man ihn in einem Pflaumenbaum sitzend. Von dort herab verunsichert er seine Mitschüler und Mitschülerinnen mit nihilistischen Äusserungen ( In demselben Moment, in dem ihr geboren werdet, fangt ihr an zu sterben. ). Diese Äusserungen gehen nicht mit dem seitens der Eltern- und Lehrerschaft anerzogenen Wertekonsens konform, nach dem aus den Kindern etwas werden sollte.


Die Mitschüler beschließen, in einem stillgelegten Sägewerk heimlich einen Berg der Bedeutung zusammenzutragen, um zu beweisen, dass Bedeutung existiert. Anfangs besteht der Berg aus willkürlichen Beiträgen, aber bald beginnen sie, reihum Dinge von hoher persönlicher Bedeutung zu opfern, wobei jeweils der/die Opfernde festlegen darf, wer als Nächstes welches Opfer zu bringen hat. Zunächst müssen nur ersetzbare Dinge wie die Lieblingssandalen oder das neue Rennrad geopfert werden. Doch schon bald setzt zunächst unbemerkt eine Spirale psychischer Gewalt in der Gruppe ein: Je schmerzhafter das eigene Opfer empfunden wurde, desto mehr wird beim Opfer des Nächsten verlangt. So muss der strenggläubige Muslim Hussein seinen Gebetsteppich opfern, Elise den Sarg (mit Inhalt) ihres kürzlich verstorbenen jüngeren Bruders und Rosa das Leben einer herrenlosen Hündin, die sich der Gruppe angeschlossen hat. Zuletzt verlangt Rosa von Jan-Johan, der ausgezeichnet Gitarre spielt, seinen rechten Zeigefinger zu opfern. Dieser verrät nach seinem Opfer das Projekt. Polizei und Öffentlichkeit werden aufmerksam, was zu einem weltweiten Medienrummel um den Berg und die Kleinstadt führt. Schließlich kauft ein amerikanisches Museum den zum Kunstwerk avancierten Berg für mehrere Millionen Dollar.

Pierre Anthon zeigt sich von all dem unbeeindruckt. Den schnell wieder abgeflauten Medienrummel sieht er als Beweis der Bedeutungslosigkeit an. Als die Schüler erkennen müssen, dass ihre Opfer vergebens waren und der Berg letztendlich keine absolute Bedeutung trägt, erscheint Pierre Anthon endlich im Sägewerk. Er bezeichnet den Berg als Misthaufen und verhöhnt sie mit der Frage, wieso sie Dinge, die ihnen angeblich so viel bedeuten, für Geld verkaufen.

Als er sich zum Gehen wendet, lassen alle anderen gemeinsam ihre Wut an ihm aus, bis er leblos neben dem Berg der Bedeutung liegt. In derselben Nacht brennt das Sägewerk mit dem Berg der Bedeutung  und Pierre Anthons Körper vollständig nieder.


Regie: Alex Truffer

Ensemble: Patrik Aebischer , Jeannine Greber , Lionel Romero Lanz, Anna Reschetko,                          Luca Daniel Rindisbacher, Raphael Rudin, Aliena Schweizer , Celine Studer

Regieassistenz & Technik: Joël Bourgin 

Werbung: Anna Reschetko , Alexandra Stoll

Produktionsleitung: Markus Rudin




  

Erstellt mit Mozello - der schnellste Weg zu einer hochwertigen Website.

 .